Seelenbund

Kurzbeschreibung:

 

Ein Stalker, eine besondere
Verbindung und die Gesellschaft im Hintergrund…
Mona wird nachts von einem
Einbrecher überrascht.
Erstaunlicherweise fühlt sie sich sofort zu ihm hingezogen und auch ihr nächtlicher Besucher ist nicht auf Geld aus. Er will ihr Herz.
Schon seit Jahren ist Leon auf der Suche nach Mona. Doch als er sie endlich findet, fangen die Probleme erst an. Nicht nur Rachegelüste, sondern auch andere Mächte
versuchen den beiden zu
schaden…
Da hilft nur eins: Die Flucht.

Bist du bereit dich verführen zu lassen?

Er steht einfach nur da. Bewegungslos. Regungslos. Stumm. Mit starrem Blick.

 

Im ersten Moment bekomme ich es gar nicht mit. Wie auch? Ich schlafe! Aber unterbewusst stört es mich.
Unruhig wälze ich mich von der einen Seite meines Bettes auf die andere. Ein frustriertes Schnaufen entfährt mir. Wie kann das sein? Warum kann ich in letzter Zeit nicht eine Nacht durchschlafen?
Ich öffne meine Augen. Genervt schaue ich die Wand an. Der Mond scheint durch mein Fenster und taucht alles in ein mystisches Licht. Schatten wandern durch mein Zimmer und mich fröstelt es. Ich drehe mich in meinem Bett um und verheddere mich in der Decke. Mann. Es ist zwei Uhr morgens. Was soll das?
Ich drehe mich auf den Rücken, strample mit den Beinen und versuche mich aus meiner Decke heraus zu winden. Da bemerke ich ihn.
Im Nachhinein ist mir nicht klar, warum er mir nicht schon vorher aufgefallen ist. Er steht da. Bewegungslos. Regungslos. Stumm. Mit starrem Blick. Seine Augen auf mich gerichtet. Ein höllischer Schreck durchfährt mich. Ich bin schlagartig hellwach. Mein Herzschlag setzt aus.

 

Sofort sitze ich senkrecht im Bett und versuche mich panisch aus meiner Decke zu befreien. Will fliehen. Muss hier weg. Meine Gedanken rasen.

 

Und er? Er steht einfach nur da. Er steht da und schaut mich an. Ein Riese. Ein Berg von einem Mann. Der Mond beleuchtet nur die Hälfte seines Gesichts.
Während ich mich weiter mit meiner Decke abmühe, die sich scheinbar endlos um meine Beine gewickelt hat und vor Panik nur noch fahriger reagiere, wandert sein einer Mundwinkel nach oben. Er ist amüsiert!
Kurz frage ich mich, warum er sich denn eigentlich nicht bewegt. Aber dann verwerfe ich den Gedanken ganz schnell wieder. Es ist besser so.
Als ich mich dann doch endlich von meiner Decke befreit habe, springe ich aus dem Bett. Nur weg hier!

 

Ich strauchle, kann mich aber gerade noch fangen.
Doch weit komme ich nicht, denn nach nicht einmal einem Schritt fliege ich hochkant zurück ins Bett. Der Atem wird mir aus der Lunge gepresst. Ich schnappe nach Luft. Mein Herzschlag rast.
Ich bekomme Panik.
Mein gesamtes Denken ist auf Flucht eingestellt. Aber mein Körper bewegt sich nicht, unter dem starken Griff des Mannes. Ich bin zu schwach für ihn. Bin ihm wehrlos ausgeliefert.
Mein Gesicht wird in das Kissen gepresst. Die Arme auf meinen Rücken verdreht und mit einer Hand zusammen gehalten. Ich versuche ihn zu treten. Zwecklos.
Die Angst breitet sich wie ein Lauffeuer in mir aus. Mir geht die Luft aus. Ich bekomme keinen Sauerstoff mehr, zu sehr drückt er mein Gesicht in den Stoff. Meine Lunge zieht sich schmerzhaft zusammen.
Ich will schreien, aber meine Kehle ist wie zugeschnürt. Wer ist dieser Mann? Was will er von mir? Mein ganzer Körper kribbelt. Wahrscheinlich vom Sauerstoffmangel.

 

Ein raues Lachen dringt zu mir durch. Es lässt meinen Körper vor Angst erbeben.
„Du glaubst doch nicht ernsthaft, dass du vor mir davon laufen kannst?“ Weder seine Worte noch dessen Bedeutung dringen richtig zu mir durch.
Er hebt mich an. Meine Atemwege sind nun nicht mehr blockiert. Gierig atme ich so viel Sauerstoff wie ich kann in meine Lunge.
Keine Luft mehr zu bekommen ist ein total unangenehmes Gefühl. Die Furcht zu sterben wurde mit einem Schlag sehr viel realer. Zumal ich diesen Mann nicht kenne, nicht weiß, weshalb er mich so behandelt. Was er von mir will…
Ist er ein Serienkiller, der einfach Spaß am Foltern und Töten von Frauen hat, oder hat sein Auftauchen einen anderen, nicht so gruseligen Grund?
Er lässt mich los. Ich falle zurück aufs Bett, richte mich auf und krabble blitzschnell in die hinterste Ecke. Nur weg von ihm. So weit wie es geht. Hier kauere ich mich zusammen und hoffe, dass er einfach verschwinden wird. Was er leider nicht tut.

 

Er steht einfach nur da. Schaut mich an. Einen Mundwinkel nach oben gezogen. Dieser Mann ist so verwirrend. Was will er nur von mir?
Misstrauisch betrachte ich ihn. Ich kann ihn in dem diffusen Licht zwar nicht richtig erkennen, doch das, was ich sehe macht mir Angst. Er ist riesig. Bestimmt eins neunzig groß. Extrem breit. Ich bin mir nicht einmal sicher, ob er überhaupt normal durch meine Tür laufen könnte, so breit sind seine Schultern.

 

Meine Hoffnung sinkt, je länger ich ihn betrachte. Gegen diesen Muskelprotz kann ich nichts, aber auch gar nichts ausrichten. Ich hätte vielleicht doch dem Rat im Internet vertrauen sollen und immer ein Messer in Griffweite haben, wenn ich schlafen gehe. Die Frage ist nur, ob er das jetzt nicht gegen mich verwendet hätte. Tja, trotzdem dumm gelaufen.
„Na, gefällt dir was du siehst?“ Seine raue Stimme lässt mich zusammen zucken. Mir rieselt ein Schauer über den Körper. Mein Blick schnellt schlagartig in sein Gesicht. Musterung beendet. Er schaut mich breit grinsend an.

 

Was genau amüsiert ihn denn bitte? Meine Angst? Dass ich abhauen wollte? Dass er viel stärker ist als ich und ich trotz meines Fluchtversuches keine Chance gegen ihn habe? Oder vielleicht auch einfach nur, weil meine Augen an seinem Körper festgeklebt zu sein scheinen.

 

„Wir beide werden noch sehr viel Zeit mit einander verbringen.“
Verwirrt schaue ich weiter in seine Augen. Den Sinn seiner Worte kann ich nicht begreifen. Und doch lösen sie etwas in mir aus. Etwas, das ich nicht verstehen kann. Fast so, als würde mein Körper auf seine Stimme reagieren. Als würde er lebendig werden, immer, wenn er etwas sagt. Doch das macht keinen Sinn. Ich bin einfach nur verwirrt und zutiefst verängstigt.

 

Trotzdem kann ich meinen Blick nicht von ihm abwenden. Seine Augen sind interessant. Sie sind grün. Allerdings ein sehr dunkles Grün, fast schon schwarz. Mit einem goldenen Funkeln in der Iris. Sie ziehen mich wie magisch in ihren Bann. Ich könnte mich in seinen Augen verlieren. Sie sind hypnotisierend. Lassen alles um mich herum verschwimmen. Ich schlucke und schüttle den Kopf um wieder Herr über meine Gedanken zu werden.

 

„Wer bist du?“ Meine Stimme ist nur ein Krächzen. Leise. Ich räuspere mich.
Er täuscht eine Verbeugung an und grinst schon wieder. „Du kannst mich Leon nennen.“
Leon? Ein ganz gewöhnlicher Name eigentlich.
„Was machst du hier? Und wie bist du überhaupt in meine Wohnung gekommen?“ Meine Stimme ist noch leise aber immerhin nicht mehr so rau.
Seufzend lässt Leon sich auf die Bettkante sinken. Zeitgleich rutsche ich noch weiter an die Wand zurück, obwohl das eigentlich gar nicht mehr möglich ist. Ich drücke meine Beine ganz nah an den Körper und umschlinge sie mit den Armen.
Ich kann nicht glauben, dass ich mir gerade mit einem Einbrecher in meiner Wohnung unterhalte, als wäre das ganz normal. Was es definitiv nicht ist! Ich muss verrückt sein, dass ich nicht schon lange um Hilfe geschrien habe. Doch sind wir mal ehrlich, wer hätte mich denn gerettet?

 

Er streckt eine Hand nach mir aus und ich zucke zusammen. Tadelnd schüttelt er den Kopf.
„Wie sollen wir jemals Sex haben wenn du dich nicht von mir berühren lässt?“ Moment mal. Sex? Ich blinzle. Was meint er? Ich werde nie im Leben Sex mit diesem Typen haben! Ganz sicher nicht. Doch allein die Vorstellung schickt ein vorfreudiges Kribbeln durch meinen Körper. Bis hinunter in meinen Unterleib. Warum hat dieser Mann eine solche Macht über meinen Körper? Was hat er an sich, dass meine Furcht immer weiter zurück weicht, je länger ich ihn betrachte. Je länger er bei mir ist.

 

Auch meine Hand zuckt in seine Richtung, doch ich kann sie gerade noch in ihrer Bewegung stoppen, bevor sie sich verselbstständigt. Es scheint fast so, als würde sich mein Körper aus unerfindlichen Gründen nach ihm sehnen.
Ich weiß nicht warum, doch irgendwie kommt er mir bekannt vor. Nicht, dass ich ihm schon einmal begegnet bin, aber mein Herz scheint seines wiederzuerkennen. Oh man, das klingt sowas von verrückt. Ich bin verrückt. Ich sollte nach Hilfe schreien und stattdessen sitze ich hier ganz brav mit einem Mann, der mir Angst machen sollte. Doch eben jene Angst verflüchtigt sich jetzt vollständig.

 

„Du hast meine Frage nicht beantwortet.“ Böse starre ich ihn an. Leon schnaubt amüsiert.
„Nein, das habe ich wohl nicht. Ich bin mir allerdings nicht sicher, ob du schon bereit dafür bist die Wahrheit zu erfahren.“ Wahrheit? Was für eine Wahrheit?
Langsam wandert seine Hand wieder in meine Richtung. Ich sollte zurück zucken. Mich wehren. Doch das Einzige was ich tue, ist seine Hand wie in Trance zu beobachten. Was hat Leon nur mit mir vor? Wird er mich berühren?
Ich sehne mich nach seiner Berührung. Und gleichzeitig weiß ich, dass ich das eigentlich nicht sollte. Mein Verhalten ist nicht normal. Es verwirrt mich.

 

Seine Hand streift meinen Fuß. Eine federleichte Berührung. Ich zucke. Ein sanftes Kribbeln breitet sich von seiner Berührung in meinem gesamten Körper aus. Als würde er sich seiner Hand entgegen sehnen. Was ist das bloß?
„Du spürst es auch, oder? Dieses Kribbeln in deinem Körper, diese tiefe Verbundenheit. Das Verlangen dich in meine Arme zu werfen. Nicht wahr?“ Seine Stimme ist sanft, fast schon schmeichelnd. Er schaut mich liebevoll an. Und tatsächlich, ganz tief in mir regt sich etwas. Wie ein verlorener Teil von mir, den ich eben erst wieder entdeckt habe. So, als gehörte die Hand, die mich nebenbei bemerkt immer noch berührt, in einer sehr konfusen Weise zu mir. Und ich zu ihr. Total verwirrend.

 

„Nein.“ Meine Stimme klingt atemlos. Bestimmt hat er mir die Sehnsucht in den Augen ablesen können. Panisch schüttle ich den Kopf. Es macht mir Angst, dass er so genau zu wissen scheint, was in mir vorgeht.
„Ich spüre rein gar nichts. Fass mich nicht an!“ Ich merke selbst wie trotzig und vor allem unglaubwürdig ich klinge. Er anscheinend auch, denn er zieht schmunzelnd seine Hand weg und steht auf. Sofort bereue ich meinen Ausbruch. Ich sehne seine Berührung zurück. Fast bitte ich ihn wieder zu kommen, doch da beugt er sich auch schon zu mir rüber und zieht mich in die Mitte des Bettes.
Plötzlich wieder zitternd vor Angst rolle ich mich zusammen. Mache mich so klein wie möglich. Wehren ist sowieso zwecklos. Habe ich mich doch getäuscht? Aber zu meinem Erstaunen nimmt er nur die Decke, schüttelt sie aus und deckt mich damit zu.

 

Verwundert schaue ich zu diesem verwirrenden Mann auf, der liebevoll auf mich herabblickt.
Auf einmal spüre ich keinerlei Angst mehr vor ihm. Es scheint als hätte ein Blick von ihm genügt, um mich zu beruhigen.

 

„Schlaf schön, Mona.“ Und tatsächlich merke ich gerade erst wie müde ich bin. Trotz des verwirrenden Mannes neben mir, schließe ich die Augen und versinke langsam in der Welt der Träume.

 

Noch im Halbschlaf merke ich, wie sich meine Hand doch noch verselbstständigt. Sie tastet auf dem Bett nach seinem Körper. So lange, bis ich seine Hand in meiner halte. Seine große Hand, die perfekt in die meine passt. So perfekt, dass ich anfangen könnte zu schnurren. Ich bilde mir ein, ein „ich passe auf dich auf“ zu hören. Aber sicher bin ich mir nicht, denn dafür bin ich schon zu weit in den Schlaf geglitten.

Eckdaten zum Buch:

 

Arbeitstitel des Buches:
Seelenbund

Genre:
Romantic Suspense, Romance

Titelart:
Erster Teil einer Reihe (3 Bände)

Erzählperspektive:
Ich-Erzähler

Zielgruppe:
Frauen 18-35 Jahre

Umfang des Manuskripts:
580.871 Zeichen inkl. Leerzeichen / 98.356 Wörter